Pfingstcamp I 2015

4. Tag

ANKÜNDIGUNG: Der Straßenauftritt findet am Mittwoch, den 27.05.2015, um 11:30 Uhr in Schwäbisch Hall am Dietrich-Bonhoeffer-Platz statt!


Der Räuber, der den Regen stehlen wollte

Am Morgen schlich ich mich auf den Zeltplatz und versteckte mich zwischen den Pferden. Immer wieder blickte ich nach oben, um zu sehen, ob es endlich regnen würde, doch außer kleinen grauen Wolken und sogar ein bisschen Sonne sah ich nichts. Von meinem Beobachtungsposten aus konnte ich den Kindern dafür prima beim Frühstücken zusehen. Doch aus Angst, mein Magenknurren könnte mich verraten, schlich ich weiter und suchte dabei immer Deckung hinter den vielen bunten Rundzelten.

Plötzlich öffnete sich das Zelt, hinter dem ich mich gerade aufhielt und nur mit einem Hechtsprung schaffte ich es, mich ungesehen ins hohe Gras zu retten. Von dort aus beobachtete ich einen Mitarbeiter, der eine silberne Kiste in ein anderes Rundzelt trug. "Ich muss sofort wissen, ob darin vielleicht der Regen versteckt ist", dachte ich und robbte hinterher. Doch in der vermeintlichen Schatzkiste lagen Circusgeräte - kein Regen. Ich rollte mich auf den Rücken, um noch ein Mal den Himmel zu kontrollieren und freute mich: die Wolken hatten sich vermehrt und es war schon viel grauer geworden. So überlegte ich mir, dass es vielleicht schlau wäre, hoch auf den Hof zu gehen.

Es war ganz schön schwer da hoch zu kommen, ohne entdeckt zu werden. Endlich oben angekommen sah ich Kinder den Kletterturm besteigen und auf dem Trampolin springen. Ich versuchte mich unter sie zu mischen, um auch dem Himmel so nah sein zu können, aber irgendwie wollte mir das nicht so recht gelingen. Um mir einen neuen, besseren Plan zurecht zu legen, zog ich mich in den Wald auf eine schöne, kleine Lichtung zurück. Während des Überlegens musste ich wohl eingeschlafen sein, denn ich schrak hoch, als ich auf ein Mal total nah neben mir ganz viele Kinderstimmen hörte. Als ich die Augen aufschlug sah ich, dass die Kinder in zwei verschiedenen Richtungen durch den Wald rannten. Sie schienen wertvolle Silberlinge bei sich zu tragen. "Zwar ganz nett, aber Regen ist eine viel bessere Beute", dachte ich. Auch um diese späte Stunde kurz vor Sonnenuntergang war der Himmel zwar noch bewölkt, aber es regnete kein einziges Tröpfchen. So beschloss ich - obwohl es mir hier sehr gut gefiel - weiter zu ziehen und an einem anderen Ort den Regen zu suchen.

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